Geschichte
Die Grundlage für das heutige Grünsystem der Stadt Köln mit seinen Hauptelementen, dem Inneren und Äußeren Grüngürtel sowie den sie verbindenden Grünzügen, hängen eng mit der militärischen Entwicklung der Stadt zusammen und wurden Anfang der 1820er-Jahre gelegt.
Köln war seit seiner Gründung bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges stets eine militärisch befestigte Stadt. Die in zeitlicher Abfolge immer weiter nach außen verlagerten Verteidigungsgürtel bestimmten die Stadtstruktur. So sind heute noch Reste der römischen sowie der ab 1180 errichteten mittelalterlichen Stadtmauer erhalten. Der Mauerkranz mit einst zwölf großen Torburgen und einem Graben erstreckte sich halbkreisförmig um das gesamte damalige Stadtgebiet entlang der inneren Wallstraßen bis etwa zur heutigen Ringstraße.
Vorgelagerter Grüngürtel
Mit der Besetzung Kölns durch die Preußen setzten ab 1815 umfangreiche Baumaßnahmen zum Ausbau der Stadt als Festung ein. Waren es zunächst Maßnahmen zur Verstärkung der mittelalterlichen Mauer, so begann man kurze Zeit später mit der Errichtung einer 600 m stadtauswärts gelegenen neuen Verteidigungszone, bestehend aus einzelnen, voneinander getrennt gelegenen Festungswerken (Forts).
Die zu Beginn des 19. Jahrhunderts einsetzende Industrialisierung führte auch in Köln zu einem starken Bevölkerungsanstieg, doch war eine Ausdehnung der Stadt aufgrund des ausgebauten Befestigungsringes zunächst nicht möglich. Erst als die Stadtmauer und der vorgelagerte Fortgürtel der Entwicklung der neuen Schusswaffentechnik nicht mehr standhalten konnten, entschloss man sich zum Ende des 19. Jahrhunderts, die Verteidigungsanlagen aufzugeben.
Ein neuer innerer und äußerer Festungsgürtel wurden angelegt. Der innere Befestigungsring umschloss halbkreisförmig das Gebiet der ab 1881 begonnenen Stadterweiterung (Neustadt) und bezog einige wenige Festungswerke des ehemaligen Fortgürtels mit ein. Die Befestigung bestand hier aus einer Umwallung, einem gemauerten Graben mit erdbedeckten Kasematten und einem davor liegenden etwa 600 m tiefen Schussfeld, das von jeglicher Bebauung freigehalten wurde.
42 km langer Fortgürtel
Der äußere Verteidigungsring wurde in einem Radius von 5,6 bis 7,7 km um den Dom auf beiden Seiten des Rheins angelegt. Er bestand aus einzelnen, voneinander getrennt liegenden Fortanlagen und Zwischenwerken sowie einem vorgelagerten freien Schussfeld. Es entstanden zunächst zwölf große Forts und 23 kleinere Zwischenwerke. Sie wurden durch verschiedenartige kleinere Werke verstärkt, so dass zu Beginn des Ersten Weltkrieges der 42 km lange Fortgürtel insgesamt 182 Werke umfasste. Köln war damit zur größten und mächtigsten Festung im Deutschen Reich geworden.
Doch schon kurze Zeit nach Anlage des inneren Festungsringes zeigte sich, dass dieser das stetige Wachstum der Stadt behinderte. Nach langwierigen Verhandlungen mit dem preußischen Kriegsministerium gelang es der Stadt 1907, die Festungseigenschaft Kölns aufzuheben und dieses der Neustadt vorgelagerte Gelände, 86 ha links- und 37 ha rechtsrheinisch, für ca. 23 Millionen Mark zu kaufen.